Ein Weg zum Frieden

 

Outdoor-Andacht zum Thema Frieden

Frieden – das klingt nach Ruhe, Freundschaft und einem guten Miteinander. Doch oft erleben wir das Gegenteil: Streit, Unruhe, Krieg in der Welt oder auch Unfrieden in uns selbst. In dieser Andacht möchten wir gemeinsam aufbrechen – im wahrsten Sinne des Wortes. Wir gehen los auf einen Weg durch die Natur und nehmen uns Zeit, über den Frieden nachzudenken: Frieden mit anderen, mit uns selbst und mit Gott.

Dauer: 60 Minuten

Du brauchst: Musikbox, Kärtchen, bunte Zettel, Stifte, kleine Teelichter oder LED-Lichter (für jedes Kind eins)

So geht’s: Nehmt euch eine Wanderstrecke vor und plant unterwegs fünf Pausenstationen ein. Bei diesen Stationen gibt es kurze Impulse, kleine Rituale und Gebete. So kann eure Gruppe beim Gehen über das Thema Frieden nachdenken und neue Kraft schöpfen.


1. Stopp: Frieden in mir entdecken

Kreuzzeichen & Friedensgrüße
Zu Beginn setzt ihr euch gemeinsam in einen Kreis. Singt oder sprecht das Kreuzzeichen. Gebt euch dann gegenseitig ein kleines Zeichen des Friedens (z. B. ein Lächeln, eine Berührung an der Schulter oder ein stilles „Frieden sei mit dir“).

Mein Stein des Unfriedens
Sucht euch einen kleinen Stein vom Waldboden. Er steht für das, was euch gerade Sorgen macht und was in euch keinen Frieden hat. Vielleicht ist es ein Streit mit einer Freundin oder einem Freund oder eine Situation, die euch belastet. Jede:r behält den Stein in der Hand.

Impulsfragen für den Weg
Während ihr schweigend weitergeht, denkt über folgende Fragen nach:

  • Welche Gedanken machen mich gerade traurig oder wütend?
  • Mit wem hatte ich zuletzt Streit?
  • Wann fühle ich mich verletzt oder missverstanden?
  • Was macht es schwer, mit anderen gut auszukommen?
  • Was wünsche ich mir, dass anders wird, damit ich mich besser fühle?

2. Stopp: Warum gibt es keinen Frieden?

Lied über den Krieg
Zu Beginn hört ihr gemeinsam das Lied „Wozu sind Kriege da?“ von Udo Lindenberg. Lass es danach kurz still werden. Die Kinder können sich hinsetzen oder im Kreis stehen bleiben.
Das Lied beginnt mit den Worten: „Wozu sind Kriege da? Frag ich die große Politik, mein Papa hat mir erklärt, dass das manchmal so ist …“ Nun können wir über diese Impulsfragen nachdenken und gemeinsam sprechen:

  • Hast du dir schon einmal Gedanken über Krieg gemacht?
  • Wie fühlst du dich, wenn du das Lied hörst?
  • Wer ist deiner Meinung nach verantwortlich für Frieden?

Friedenskärtchen

Jedes Kind bekommt ein kleines Kärtchen. Darauf sollen sie den Satz vervollständigen:
„Frieden bedeutet für mich …“
Danach können die Kinder (wer möchte) die Kärtchen in die Mitte legen und sie vorlesen. Die Karten können an einem Ast aufgehängt oder an einem Baum befestigt werden.
Zum Abschluss kannst du folgenden Spruch vorlesen:

„Frieden ist nicht nur, wenn keine Bomben fallen. Frieden ist, wenn wir uns zuhören und füreinander da sind.“

Gemeinsames Friedensgebet
Alle bilden einen Kreis. Du sprichst ein kurzes Gebet vor.

Friedensgebet:
Guter Gott,
wir sehen Bilder von Krieg, Streit und Leid.
Wir verstehen oft nicht, warum Menschen sich hassen.
Schenke der Welt Frieden – und uns Mut, kleine Friedensbotinnen und Friedensboten zu sein.
Zeige uns Wege, wie wir helfen können.
Amen.

Danach: Alle sagen nacheinander laut ein Wort, das sie mit Frieden verbinden: Liebe, Stille, Zuhause, Familie, Hoffnung, Gerechtigkeit…

3. Stopp: Kleine Schritte zum Frieden

Die Geschichte von Lea und Samir
Lies den Kindern folgende Geschichte vor:

Lea und der neue Junge
In Leas Klasse sitzt plötzlich ein neuer Junge: Der Junge heißt Samir und kommt aus einem Land, das vom Krieg zerstört wurde. Er spricht kaum, wirkt still, und in den Pausen sitzt er allein. Lea würde gern mit ihm reden, traut sich aber nicht. Sie erzählt ihrer Oma davon, die ihr folgendes zu ihr sagt: „Manchmal reicht ein Lächeln oder ein ‚Hallo‘, um jemand zu zeigen, dass er oder sie willkommen ist.“ Am nächsten Tag fasst Lea Mut, geht zu Samir und fragt: „Willst du mit mir spielen?“ Er lächelt und nickt. Sie spielen und lachen zusammen und nach und nach schließen sich auch die anderen Kinder an. Manchmal reicht ein kleiner Schritt, um die Welt freundlicher zu machen.

Impulsgedanke: Frieden beginnt nicht irgendwo – sondern bei mir. In kleinen Gesten, in mutigen Worten, im Zuhören. Wie Lea können auch wir Friedensstifter:innen sein.

Gebet
Guter Gott, hilf uns, den Frieden nicht nur zu wünschen, sondern zu leben. Lass uns achtsam mit Worten umgehen, geduldig miteinander sein und mutig auf andere zugehen. Mach uns zu Friedensbotinnen und Friedensboten – in der Schule, zu Hause und überall. Amen.


4. Stopp: Das Licht des Friedens teilen

Friedenslicht

An einem ruhigen Ort bildet ihr einen Kreis. In der Mitte wird ein Licht entzündet. Dieses wird im Kreis weitergegeben (ggf. als LED-Licht). Dazu spricht jede:r: „Ich wünsche dir Frieden in deinem Herzen.“

Mein Friedenszeichen
Jedes Kind schreibt oder malt ein Friedenszeichen auf einen Zettel: einen Wunsch, ein Symbol, ein Wort. Diese Zettel könnt ihr z. B. an einen Baum hängen oder mit nach Hause nehmen.

Fürbitten:

  1. Guter Gott, manchmal sind wir traurig oder wütend. Hilf uns, wieder Frieden in unser Herz zu bringen.
  2. Guter Gott, schenke uns Mut, den ersten Schritt zu tun, wenn wir uns gestritten haben.
  3. Guter Gott, viele Menschen auf der Welt leben im Krieg. Gib den Politiker:innen Weisheit, damit sie Frieden schaffen können.
  4. Guter Gott, auch in unserer Familie ist nicht immer alles gut. Schenk uns liebe Worte und Verzeihen.

5. Stopp: Ruhe finden – Frieden spüren

Ort der Ruhe
Sucht euch einen besonders stillen Ort in der Natur – vielleicht eine kleine Lichtung, eine Wiese oder ein Platz mit weitem Ausblick. Setzt euch hin, in einem Kreis oder jede:r für sich mit etwas Abstand zueinander. Achtet darauf, dass alle bequem sitzen und zur Ruhe kommen können. Zunächst atmet gemeinsam tief ein und aus – drei Mal. Dann beginnt eine stille Zeit der Besinnung. Wer mag, kann dabei die Augen schließen.

Impulstext zum Vorlesen:

Die Natur kennt keinen Lärm – sie spricht in sanften Tönen: das Rascheln der Blätter, das Zwitschern der Vögel, das Summen der Insekten. In dieser Stille können wir uns selbst begegnen.

  • Was spüre ich gerade in meinem Körper?
  • Welche Gedanken kommen in mir zur Ruhe?
  • Gibt es etwas, das ich loslassen möchte?
  • Was macht mich gerade froh oder dankbar?
  • Was möchte ich Gott sagen – ganz ohne Worte?

Stille ist kein leerer Raum. Sie ist der Ort, an dem Gott besonders nah ist. (2–3 Minuten stille Zeit lassen – auf Wunsch mit sanfter Musik im Hintergrund)

In der Mitte könnt ihr gemeinsam mit Naturmaterialien (Blätter, Zweige, Blumen, Steine) ein kleines Friedenskreuz oder -symbol legen. Jede:r darf etwas dazugeben – ganz still, als Zeichen des persönlichen Friedenswunsches.

Naturgebet
Guter Gott,
du bist da – im Rauschen der Blätter, im Licht der Sonne, im Atem der Stille.
Danke für diesen Moment, in dem wir zur Ruhe kommen durften.
Hilf uns, dass wir diesen inneren Frieden mitnehmen – in unseren Alltag, zu unseren Mitmenschen, in unsere Herzen.
Lass deine stille Kraft in uns wirken.
Amen.

Abschluss

Steine ablegen – Frieden gewinnen
Geht gemeinsam zum letzten Ort eures Spaziergangs. Dort könnt ihr die Steine – die ihr von Beginn an tragt – ablegen oder ins Wasser werfen.

Impuls
Wir lassen unseren Unfrieden los – und machen Platz für Frieden. So wie der Stein fällt, geben wir auch unsere Sorgen ab. Möge Frieden in uns wachsen.

Abschiedsworte
Frieden beginnt mit einem Lächeln, einem offenen Herzen, einer kleinen Geste. Jesus sagte: „Selig sind, die Frieden stiften, denn sie werden Gottes Kinder genannt werden.“ Lasst uns genau das sein – Kinder des Friedens. Amen.

Von: Annalena (Mitglied im AK Redaktion), Juni 2025

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