Frieden für alle

 

Eine Gruppenstunde über Kindheit, Schutz und Frieden

In dieser Gruppenstunde wollen wir darüber nachdenken, was eine glückliche Kindheit ausmacht – und warum Frieden ein Recht für alle Kinder ist. Wir hören Geschichten, überlegen gemeinsam, was Kinder zum Aufwachsen brauchen, und entdecken, wie wir selbst Friedensfunken sein können – hier bei uns in der Gruppe und darüber hinaus.

 

Dauer: 90 Minuten

Tipp: Verschiedene Vereine in Südtirol haben rund um den 20. November mit dem Plakat „Geraubte Kindheit“ gezeigt, dass Kinder in Kriegsgebieten Hilfe brauchen. Druckt das Plakat aus und zeigt auch bei euch, dass euch Frieden für alle Kinder wichtig ist. Plakat_Kinder-Friedenskampagne

 

„Frieden ist für mich …“

Du brauchst: Kärtchen, Stifte, großes Plakat mit einer Sonne oder Weltkugel

So geht’s: Jedes Kind schreibt oder malt spontan auf ein Kärtchen: „Frieden ist für mich …“ Die Kärtchen werden rund um eine gemalte Sonne/Weltkugel geklebt.

Gesprächsimpulse:

  • Wo erlebe ich Frieden?
  • Gibt es Orte, an denen es keinen Frieden gibt?
  • Kann man Frieden spüren?

Übergang: „Nicht alle Kinder wachsen in Frieden auf …“


Ein Tag im Leben von…

So geht’s: Du liest die Geschichte „Ein Himmel über uns“ langsam vor. Danach soll sich jede:r kurz in Stille Gedanken zur Geschichte machen. Kommt anschließend miteinander ins Gespräch.

Gesprächsfragen:

  • Was hat dich berührt?
  • Was fehlt Amir am meisten?
  • Was bedeutet „Kindheit“?
  • Ist eine glückliche Kindheit überall selbstverständlich?

Hier kannst du erwähnen, dass Organisationen wie UNICEF, Caritas und viele andere weltweit Kinder unterstützen, damit sie Schutz, Bildung und Nahrung bekommen. Auch wir unterstützen mit der Aktion Sternsingen viele Projekte und helfen somit Kindern, die nicht die gleichen Chancen haben wie wir.

Ein Himmel über uns

Am Abend liegt Mia in ihrem Bett.
Durch das Fenster sieht sie die Sterne.

Heute war ein ganz normaler Tag:
Schule, Lachen in der Pause, ein bisschen Streit mit einer Freundin, Hausaufgaben, auf die sie keine Lust hatte.
Jetzt ist es ruhig, und Mia fühlt sich sicher.

Zur gleichen Zeit liegt Amir auf einer Matratze.
Nicht in seinem alten Kinderzimmer – das gibt es nicht mehr.
Er liegt in einem Raum mit vielen anderen Familien.
Draußen hört man Geräusche, die ihn zusammenzucken lassen.

Amir denkt nicht an Hausaufgaben.
Er denkt daran, ob morgen alles ruhig bleibt.
Ob es Wasser gibt.
Ob seine kleine Schwester wieder lächeln kann.

Auch er schaut nach oben.
Nicht durch ein Fenster –
aber er weiß: Über ihm ist derselbe Himmel wie über Mia.

Mia weiß nichts von Amir.
Amir weiß nichts von Mia.

Aber beide Kinder haben Träume:
Sie möchten lachen, spielen, zur Schule gehen, Freunde treffen.
Sie möchten einfach Kinder sein.

Auch wenn wir den Krieg nicht stoppen können, gibt es trotzdem Dinge, die wir tun können.
Ein freundliches Wort, jemandem helfen, der traurig ist, oder etwas teilen –
schon solche kleinen Gesten machen die Welt ein Stück besser.
Wir können sogar spenden oder anderen Kindern helfen, die in Not sind.
So kann jeder von uns ein Stück Frieden stiften – hier in unserer Umgebung, jeden Tag ein bisschen.

Unter dem weiten Himmel, der über Mia und Amir leuchtet,
scheint jedes kleine Licht ein wenig heller.
Und manchmal kann genau dieses kleine Licht
viel Hoffnung schenken – auch wenn wir weit voneinander entfernt sind.


Kinder haben ein Recht auf Schutz – auch vor Krieg

So geht’s: Frage die Kinder, ob sie schon man von den Kinderrechten gehört haben und ob sie wissen, welche Kinderrechte es gibt. Lass die Kinder zu Wort kommen, sammelt Gedanken und erkläre dann:

Ja, Kinder haben Rechte.
Das sind Dinge, die jedem Kind zustehen – egal wo es lebt.
Zum Beispiel das Recht auf Schutz.
Das heißt: Kinder sollen sicher sein.
Sie sollen genug zu essen haben, zur Schule gehen können und keine Angst haben müssen.
Und das bedeutet auch:
Kinder haben ein Recht darauf, vor Krieg geschützt zu werden.

Wenn irgendwo Krieg ist, können viele Kinder nicht sicher leben.
Ihr Recht auf Schutz wird dann nicht erfüllt. Darum ist Frieden nicht nur ein schöner Wunsch.
Frieden ist wichtig, damit Kinder gut und sicher aufwachsen können.


Der Koffer der Kindheit

Du brauchst: Aufgemalter Koffer auf Plakat oder A3-Blätter

So geht’s: Die Kinder schreiben oder zeichnen in den Koffer, was Kinder für eine gute Kindheit brauchen, zum Beispiel: Sicherheit, Freundschaft, Spiel, Schule, Familie, Essen, Frieden

Anschließend besprecht ihr:
Was davon fehlt Kindern im Krieg oft?
Warum ist das ungerecht?
Wer trägt Verantwortung dafür, dass Kinder geschützt werden?

Hier darf ruhig deutlich werden: Frieden betrifft nicht nur Kinder, sondern auch Erwachsene, die Entscheidungen treffen.


Unsere Friedensbotschaft

Du brauchst: großes Plakat, dicke Stifte

So geht’s: Die Gruppe formuliert gemeinsam eine klare Botschaft, z. B.:

  • „Alle Kinder haben ein Recht auf Frieden.“
  • „Kein Kind soll Angst haben müssen.“
  • „Frieden für alle Kinder – jetzt!“

Schreibt den Satz groß auf ein Plakat. Dann sprecht ihn gemeinsam: einmal leise, einmal deutlich, einmal kraftvoll

So erleben die Kinder: Wir dürfen unsere Stimme für Frieden erheben.

Das Plakat kann im Gruppenraum oder in der Pfarre aufgehängt werden.


Frieden beginnt bei uns

Du brauchst: Zettel, Stifte, Plakat für Friedensbaum/Friedenslicht

So geht’s: Kinder überlegen: Was kann ich konkret tun?
Beispiele: Streit fair lösen, jemanden trösten, teilen, spenden, beim Sternsingen mitmachen. Jede:r schreibt oder malt eine Idee auf einen Zettel. Die Zettel werden auf ein Plakat geklebt oder zu einem „Friedensbaum“/„Friedenslicht“ gesammelt.

Gesprächsimpulse:

  • Welche kleinen Taten können großen Unterschied machen?
  • Wie fühlt es sich an, etwas Positives zu tun?

Friedensfunken

Du brauchst: Kerze („Friedenslicht“) oder ein symbolisches Licht (Optional: Weltkugel oder Weltkarte, Friedens-Tauben, Plakat aus „Koffer der Kindheit“), ruhige Musik

So geht’s: Stelle die Kerze, Weltkugel und Friedenssymbole in die Mitte des Kreises. Suche ruhige Musik und spiele diese ab. Die Kinder sitzen im Kreis. Erzähle den Kindern kurz, dass jetzt ein besonderer Moment ist, in dem wir Frieden spüren und Gedanken an Kinder in Not schicken. Du kannst einen kurzen Bibelvers vorlesen, z. B.: „Selig, die Frieden stiften; denn sie werden Kinder Gottes genannt werden.“ Matthäus 5,9

Kurz erklären:
Frieden ist nicht nur „kein Streit“, sondern bedeutet, aktiv Gutes zu tun und Hoffnung weiterzugeben.

Lies anschließend noch dieses Gebet vor:

Guter Gott,
lass alle Kinder lachen und sicher aufwachsen.
Niemand soll Angst haben müssen.
Wir wünschen uns Frieden für alle Menschen dieser Welt.
Schenke Hoffnung denen, denen es nicht gut geht,
und Mut denen, die helfen und Verantwortung tragen.
Schicke Friedensfunken dorthin, wo Dunkelheit ist,
und lass Licht, Freude und Zuversicht wachsen.
Zeig uns, wie wir selbst Friedensfunken sein können –
in unserer Familie, in unserer Gruppe und in unserer Welt.
Amen.

Lasst anschließend den Friedensgruß einmal um den Kreis „wandern“: Jede:r reicht der/dem Nachbar:in die Hand und sagt: „Frieden sei mit dir.“

Abschluss: Alle legen die Hände über die Kerze und schließen die Augen. Sie stellen sich vor, dass kleine Friedensfunken von ihnen in die Welt hinausgehen – an Kinder in Not, Freunde, Familie, zu Entscheidungsträger:innen, in Länder mit Krieg. Danach tief einatmen und die Hände gemeinsam wieder senken. Lasst die Kerze kurz brennen und blast sie dann aus – symbolisch für das Weitertragen der Friedensfunken in die Welt.

Von: Daniela (Mitarbeiterin im Jungscharbüro & AK Redaktion), Februar 2026

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