Fastenzeit bewusst erleben

 

Spiele, Übungen und Geschichten für Achtsamkeit und kleine Fastenvorsätze

Diese Gruppenstunde eignet sich gut, um Kinder auf die Fastenzeit einzustimmen oder sie während der Fastenzeit zu begleiten. Im Mittelpunkt stehen nicht Verzicht und Regeln, sondern Achtsamkeit: für sich selbst, für andere Menschen und für die kleinen Dinge im Alltag.

 

Dauer: 90 Minuten

Einstieg: Was bedeutet Fasten?

So geht’s: Die Kinder sitzen im Kreis. Die Leiter:innen kommen mit den Kindern ins Gespräch: Vor Ostern gibt es eine besondere Zeit im Kirchenjahr: die Fastenzeit. Sie dauert 40 Tage. In dieser Zeit bereiten sich Christ:innen auf das Osterfest vor – das Fest, an dem wir feiern, dass Jesus lebt. Aber was bedeutet „fasten“ eigentlich? Früher haben Menschen in dieser Zeit auf bestimmte Speisen verzichtet, zum Beispiel auf Süßigkeiten oder Fleisch. Auch heute machen das noch manche. Für viele bedeutet Fasten heute aber mehr als nur „nichts essen“. Es heißt vor allem: bewusst leben. Heute möchten wir also über das Fasten sprechen und was das für euch bedeutet.

Fragen für das Gespräch:

  • Wer von euch hat sich dieses Jahr vorgenommen zu Fasten?
  • Und wie genau fastet ihr? Verzichtet ihr auf etwas bestimmtes?
  • Oder habt ihr euch vorgenommen, etwas öfter oder bewusster zu tun?
  • Warum macht ihr das?

Wenn das Thema noch nicht von selbst auftaucht, bringt eine leitende Person den Begriff ein: „Für mich bedeutet Fasten auch Achtsamkeit. Was heißt Achtsamkeit für euch?“

Gemeinsam wird gesammelt, was Achtsamkeit bedeuten kann, zum Beispiel:

  • auf sich selbst achten
  • aufmerksam durch die Welt gehen
  • merken, wenn jemand Hilfe braucht
  • wahrnehmen, was im eigenen Leben schön ist
  • dankbar sein für das, was da ist

Mehr oder weniger?

Dauer: ca. 20 Minuten

Du brauchst: Papier und Stifte

So geht’s: Schreibe auf ein Plakat „weniger davon“ und auf ein anderes „mehr davon“. Nun überlegen sich die Kinder, worauf sie in der Fastenzeit verzichten könnten und was sie öfters tun möchten. Ihre Ideen schreiben oder malen sie auf das jeweilige Plakat. Beispiele können sein: weniger streiten, weniger Bildschirmzeit, mehr Zeit für Freund:innen, mehr draußen sein, mehr helfen.


Spiele zur Auflockerung:

Störche und Frösche

Dauer: 15 Minuten

Du brauchst: zwei Augenbinden

So geht‘s: Zwei Kinder verlassen den Raum, alle anderen verteilen und verstecken sich. Beide Kinder betreten den Raum wieder mit verbundenen Augen. Sie dürfen jetzt durch den Raum gehen und nach den anderen suchen. Alle anderen Kinder, die sich versteckt haben, dürfen nur zwei Sprünge machen, wenn also ein Kind mit verbundenen Augen auf sie zukommt, dürfen sie aus dem Weg springen, aber nur zwei Mal im ganzen Spiel. Es geht also darum, achtsam und leise zu sein und/oder gut zuzuhören.

Achtsam gehen

Dauer:
15 Minuten

Du brauchst:
Augenbinden, verschiedene Untergründe (am besten Draußen)

So geht’s:
Die Kinder bilden Pärchen. Ein Kind verbindet sich die Augen, das andere leitet. Zuerst gehen alle Pärchen herum und das leitende Kind gibt Anweisungen indem es spricht. Nach ein paar Minuten können die Kinder tauschen, dem anderen Kind werden die Augen verbunden. Jetzt werden Anweisungen nur mehr durch Berührung gegeben: Das heißt, das leitende Kind tippt auf die rechte Schulter und das andere Kind geht nach rechts; linke Schulter nach links und eine Berührung am Rücken bedeutet stehen bleiben. Zum Abschluss können noch folgende Fragen in Kleingruppen oder in der Großgruppe beantwortet werden: Was habt ihr bemerkt/gelernt? Konntet ihr vertrauen? Welche Rolle war für euch einfacher? Wie habt ihr euch gefühlt?

Blinde Schlange

Dauer:
15 Minuten

Du brauchst:
Augenbinden

So geht‘s:
Alle Kinder bekommen eine Augenbinde, außer einem. Die Kinder stellen sich in einer Reihe hintereinander auf. Das Kind ohne Augenbinde steht am Ende der Reihe. Dieses Kind gibt nun durch Berührung Anweisungen an das Kind direkt vor ihm weiter. Dieses Kind gibt das Zeichen wiederum an das nächste Kind weiter – so wandert die Bewegung durch die gesamte Reihe, bis das erste Kind die Anweisung erhält. Bevor ihr startet, legt gemeinsam fest, welche Berührungen welche Bedeutung haben, zum Beispiel:
Einmal antippen: „Losgehen“
Flache Hand: „Stopp“
Zweimal antippen rechte/linke Schulter: „Nach rechts/links gehen“
Die Kinder müssen genau auf die Berührungen achten und zusammenarbeiten, damit die Gruppe sich sicher bewegt.


Fantasiereise: Der bunte Garten

Dauer: 10 min

Du brauchst: gemütliche Decken, Kissen, evtl. Kerzen

So geht’s: Alle Kinder suchen sich einen gemütlichen Platz. Lese ihnen folgende Fantasiereise vor:

„Mach es dir gemütlich, setz dich bequem hin oder leg dich hin, so dass dein Körper gut entspannen kann. Wenn du magst, schließe langsam deine Augen. Wir machen jetzt eine Fantasiereise – nur für dich. Stell dir vor, du gehst durch ein kleines Tor in einen geheimen, wunderschönen Garten. Die Sonne scheint warm auf deine Haut. Du spürst die Wärme, die dich sanft umarmt. Atme tief ein … und rieche die frische Luft, den Duft der Blumen, das Gras und die Erde. Du gehst einen kleinen Weg entlang. Unter deinen Füßen spürst du das weiche Gras. Manchmal kitzeln die Halme deine Zehen. Vielleicht merkst du auch kleine Steinchen, die sich kühl und glatt anfühlen. Du bist ganz leicht auf den Füßen und gehst langsam weiter. Um dich herum siehst du die schönsten Farben: Blumen in Rot, Gelb, Blau und Lila. Schau dir jede Blume genau an – wie groß oder klein sie ist, welche Form sie hat, wie ihre Blätter glänzen. Vielleicht siehst du sogar ein paar Schmetterlinge oder bunte Käfer, die fröhlich durch die Luft fliegen. Jetzt hör ganz genau hin: Ein Vogel zwitschert hoch oben in den Bäumen, ein anderes leises Summen kommt von einer Hummel, die von Blüte zu Blüte fliegt. Du kannst sogar das leise Rascheln der Blätter im Wind hören. Lass die Geräusche auf dich wirken und fühle dich sicher und geborgen. Wenn du möchtest, probiere einmal, die Luft zu kosten. Stell dir vor, sie ist frisch und süßlich vom Blütenduft. Atme sie tief ein – vielleicht schmeckst du ein kleines bisschen Honig oder frische Beeren. Du gehst noch ein Stück weiter und entdeckst einen kleinen Bach. Das Wasser glitzert in der Sonne, es plätschert leise. Du kannst die kühle Brise am Wasser spüren, vielleicht fühlst du ein paar Spritzer auf deiner Hand. Du setzt dich kurz ans Ufer und hörst das beruhigende Rauschen. Am Ende deines Spaziergangs entdeckst du eine große, weiche Wiese. Du legst dich darauf, streckst die Arme aus und spürst die Sonne auf deinem Gesicht. Alles ist ruhig. Du bist ganz entspannt. Du spürst die Erde unter dir, riechst die Blumen, hörst die Vögel und fühlst die Sonne und den leichten Wind. Wenn du bereit bist, geh langsam zurück durch den Garten, über den Weg, an dem du gekommen bist. Bewege deine Zehen, deine Hände, strecke die Arme und Beine ein wenig. Wenn du dich bereit fühlst, öffne langsam die Augen. Willkommen zurück – schön, dass du wieder da bist.“


Dankbarkeitsmomente

Dauer: 15 Minuten

So geht‘s: Sprich mit den Kindern, wie diese Stunde für sie war. Was haben sie über sich herausgefunden? Worauf werden sie jetzt mehr achten und dankbar dafür sein? Lass die Kinder reihum sprechen, ganz nach dem Spiel „Ich packe meinen Koffer“.

Ein Kind beginnt und sagt zum Beispiel:“ Ich danke Gott dafür, dass ich sehen kann.“ Das nächste Kind nennt etwas neues, wofür es dankbar ist und wiederholt auch die Antwort des ersten Kindes: „Ich danke Gott dafür, dass ich sehen kann und dafür, dass ich Freunde habe.“ Reihum fügt also jedes Kind etwas hinzu, wofür es dankbar ist und wiederholt das bis dahin Gesagte.


Abschlussgebet

Dauer: 5 Minuten

So geht‘s: Lese den Kindern folgendes Gebet vor und beende die Gruppenstunde.

Lieber Gott,
hilf uns, in dieser Fastenzeit genau hinzuschauen:
auf unsere Gedanken, Worte und Taten.
Lass uns achtsam sein mit uns selbst
und freundlich mit den Menschen um uns herum.
Gib uns Ruhe, um zu spüren, was wichtig ist,
und Mut, das Richtige zu tun.
Amen.

Mit diesem kurzen Gebet beenden wir jetzt unsere Gruppenstunde und hoffen, dass ihr mehr über das Fasten und darüber, wie Achtsamkeit damit zusammenhängt, gelernt habt. Wir hoffen, dass ihr von dieser Stunde mitnehmen könnt, dass Fasten nicht nur verzichten, sondern auch geben und für andere Dasein heißt.

Von: Anna (Praktikantin im Jungscharbüro), Februar 2026

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