Vorhang auf für den Spaß

 

Spiele rund um Theater, Bewegung und Improvisation

Theaterpädagogik lebt vom Spielen, Ausprobieren und Entdecken. Dabei geht es nicht darum, ein perfektes Ergebnis zu erreichen oder etwas „richtig“ zu machen. Vielmehr steht der Spaß am Mitmachen, an Bewegung, Stimme und Fantasie im Vordergrund. Die folgenden Spiele sind so gestaltet, dass Kinder ihre Kreativität entfalten, Selbstsicherheit gewinnen und lernen, aufeinander zu achten. Sie fördern Kommunikation, Zusammenarbeit und das mutige Ausprobieren von Rollen, Bewegungen und Ideen. Jedes Spiel ist eine kleine Bühne, auf der die Kinder neue Ausdrucksmöglichkeiten entdecken und gemeinsam lebendige Szenen erschaffen können. Hier geht es nicht um Bewertung, sondern um Erleben, Staunen und Lachen – ganz nach dem Motto: Vorhang auf für den Spaß!

Dauer: 10 Minuten
So geht’s: Die Gruppe steht oder sitzt im Kreis. Das erste Kind sagt seinen Namen und verbindet ihn mit einer Emotion, zum Beispiel fröhlich, wütend, traurig, überrascht oder ängstlich. Dabei spricht es den Namen passend zur gewählten Emotion aus oder stellt sie mit Gesicht und Körper dar.
Das nächste Kind wiederholt zuerst Name und Emotion des vorherigen Kindes und sagt anschließend den eigenen Namen mit einer neuen Emotion. So geht es reihum weiter.

Dauer: 15 Minuten

So geht’s: Die Kinder bewegen sich frei im Raum. Dabei berühren sie verschiedene Gegenstände und benennen sie laut – zum Beispiel „Wand“, „Ecke“ oder „Heizkörper“. Nach etwa ein bis zwei Minuten wird die Aufgabe verändert. Nun sollen die Kinder die Gegenstände bewusst mit einem anderen Begriff benennen. Sie berühren zum Beispiel einen Stuhl und sagen „Apfelmus“ oder fassen den Boden an und sagen „Handtasche“. Durch die ungewöhnlichen Zuordnungen entsteht eine kleine gedankliche Herausforderung: Die Kinder müssen schnell reagieren und einen Begriff finden, der eigentlich gar nicht zum Gegenstand passt. Das sorgt für Bewegung, Spaß und spontane Einfälle.

Quelle: https://improwiki.com/de/wiki/dinge-anders-benennen

Dauer: 20 Minuten

So geht’s: In diesem Spiel geht es darum, dass die Kinder lernen, sich frei im Raum zu bewegen, aufmerksam zu sein und als Gruppe zusammenzuarbeiten. Alle Kinder gehen gleichzeitig durch den Raum und verteilen sich überall. Du erklärst ihnen, dass sie sich vorstellen sollen, gemeinsam auf einer Eisscholle zu stehen, die nicht kippen darf. Das Gewicht soll deshalb gut im Raum verteilt sein. In der Mitte des Raumes gibt es einen gedachten Punkt, den die Kinder immer wieder überqueren. Du gibst währenddessen das Tempo vor, zum Beispiel auf einer Skala von 1 bis 10: 1 bedeutet Zeitlupe, 5 normales Gehen, 10 fast Laufen. Bei „Freeze“ frieren alle in ihrer aktuellen Position ein. Zwischendurch kannst du verschiedene Begrüßungsformen ansagen, etwa schüchtern, wie alte Freunde, wie streitende Politiker vor einer Kamera oder wie Tiere (Mäuse, Katzen, Löwen) oder Königinnen und Könige.

Dauer: 15 Minuten

So geht’s: In diesem Spiel stehen die Kinder im Kreis um die Raummitte. Ein Kind geht nach vorne, nimmt eine Pose ein und sagt, wen oder was es darstellt. Danach kommen nacheinander zwei weitere Kinder dazu, ergänzen das Bild und sagen ebenfalls, wer oder was sie sind. So entsteht gemeinsam ein kleines improvisiertes „Standbild“. Wenn das Bild fertig ist, tritt das erste Kind ab und nimmt eines der anderen beiden Kinder mit. Das verbleibende Kind bleibt stehen, wiederholt seinen Satz und liefert so ein neues Angebot für die nächste Szene. Danach geht es mit weiteren Kindern immer wieder weiter.

Beispiel:
A: Ich bin ein:e Ministrant:in.
B: Ich bin der Priester, der ihr/ihm die Kerze reicht.
C: Ich bin die Glocke, die beim Gottesdienst läutet.
A: Ich gehe und nehme die Glocke mit.
B: Ich bin der Priester.

So entstehen abwechslungsreiche, witzige und kreative Bilder, die Aufmerksamkeit, Zusammenarbeit und Fantasie fördern.

Dauer: 10 Minuten

So geht’s: In diesem Kreisspiel geht es darum, Aufmerksamkeit und Reaktionsfähigkeit in der Gruppe zu fördern. Die Kinder stehen im Kreis. Eine Person beginnt und schickt eine starke Welle mit viel Energie und dem Ruf „Wusch“ zu einer Seite in die Runde. Die Bewegung wird mit einer deutlichen Armbewegung weitergegeben. Das jeweils angesprochene Kind nimmt die Welle auf und gibt sie sofort mit „Wusch“ an die nächste Person weiter. Diese Person kann die Welle jedoch auch stoppen, indem sie die Arme vor der Brust kreuzt und laut „Stopp“ ruft. In diesem Fall muss die sendende Person die Welle wieder aufnehmen und sie mit „Wusch“ in die entgegengesetzte Richtung weitergeben.

Als zusätzliche Variante kannst du die „Rampe“ einführen: Ruft ein Kind „Rampe“, zeigt es mit dem rechten Arm eine Rampe an. Das Kind links von ihm geht in die Hocke, und das darauffolgende Kind links schickt die Welle mit „Wusch“ weiter. Achte darauf, dass die Regeln Schritt für Schritt eingeführt werden, damit die Kinder sicher im Ablauf bleiben.

Dauer: 15 Minuten

So geht’s: In diesem Spiel geht es darum, dass die Kinder in einem großen Kreis zusammenkommen und gemeinsam Spannung und Aufmerksamkeit erleben. Ein Kind übernimmt die Rolle des Monsters und steht in der Mitte. Alle anderen Kinder bilden den Kreis und beobachten aufmerksam das Geschehen.

Das Monster bewegt sich mit ausgestreckten Armen, schrecklicher Miene und passenden Geräuschen auf ein Kind im Kreis zu. Dieses Kind versucht nun, durch Blickkontakt die Hilfe eines anderen Kindes zu bekommen. Sobald das angeschaute Kind den Blick bemerkt, ruft es schnell den Namen eines weiteren Kindes im Kreis. Daraufhin ändert das Monster seine Richtung und geht auf das genannte Kind zu. Auch dieses sucht sofort Blickkontakt, damit sein Name rechtzeitig weitergerufen wird. So wandert das Monster durch den Kreis und die Kinder müssen konzentriert bleiben, schnell reagieren und gut aufeinander achten. Gelingt es dem Monster jedoch, ein Kind zu berühren, bevor dessen „Retter“ einen Namen ausgesprochen hat, verwandelt sich das berührte Kind in das neue Monster und übernimmt die Rolle in der Mitte.

Quelle: https://improwiki.com/de/wiki/das-monster

Dauer: 15 Minuten

So geht’s: Die Kinder bilden Zweiergruppen. Zuerst übernimmt eine Person die Rolle des Spiegels, die andere gibt die Bewegungen vor. Die Person, die die Bewegungen vorgibt, bewegt sich langsam und bewusst – mit den Armen, Beinen oder dem ganzen Körper. Der Spiegel macht die Bewegungen möglichst genau und gleichzeitig nach. Nach einigen Minuten werden die Rollen gewechselt.

Anschließend kann die Gruppe die Übung als Marionettenspiel ausprobieren. Eine Person ist die Marionette, die andere führt sie. Zu Beginn berührt die führende Person kurz die Körperstellen, an denen die imaginären Fäden befestigt sind – zum Beispiel Hände, Schultern oder Kopf. Danach bewegt sie die Marionette, indem sie die gedachten Fäden vorsichtig führt. Das kann auch zu Musik ausprobiert werden. Anschließend werden die Rollen getauscht.

Dauer: 15 Minuten

So geht’s: In diesem Spiel stehen die Kinder im Kreis und üben auf spielerische Weise, Ideen anzunehmen und weiterzuführen.

Ein Kind beginnt und fragt sein Nachbarkind: „Hast du schon gehört, dass …?“ und erfindet ein fantasievolles Gerücht, zum Beispiel „…dass wir bei der Jungschar eine Giraffe als Haustier bekommen!“. Das angesprochene Kind greift die Idee auf, bestätigt sie und macht sie noch größer, indem es etwas hinzufügt. Wichtig ist, dass jedes Angebot angenommen und kreativ erweitert wird.

Nachdem beide kurz gemeinsam gekichert haben, gibt das zweite Kind ein neues Gerücht an das nächste Kind weiter. So entsteht eine lebendige Kette aus immer verrückteren Geschichten.
Quelle: https://improwiki.com/de/wiki/geruechte

Dauer: 30 Minuten
Du brauchst: Einen Stock oder einen anderen einfachen Gegenstand

So geht’s: In diesem Spiel steht ein Gegenstand, zum Beispiel ein Stock, vorne im Raum. Er darf in diesem Spiel alles sein, nur kein Stock (oder der jeweilige Gegenstand). Ein Kind geht nach vorne und spielt pantomimisch eine kurze Szene, zum Beispiel kann der Stock als Klobürste, Mikrofon oder Zauberstab eingesetzt werden. Die anderen Kinder beobachten und raten am Ende, was der Gegenstand in der Szene dargestellt hat. Danach ist das nächste Kind an der Reihe, eine neue Szene mit dem Gegenstand pantomimisch nachzuspielen. So entstehen kreative, lustige und abwechslungsreiche Darstellungen, die Fantasie und Ausdrucksfähigkeit fördern.

Variante: Freeze

So geht’s: Nun spielen jeweils zwei Personen gemeinsam eine spontane Szene mit dem Gegenstand. Sie improvisieren gemeinsam, wobei der Stock immer etwas anderes sein kann. Nach einer Weile kann ein anderes Kind klatschen. Die beiden Kinder vorne frieren sofort ein. Das klatschende Kind tippt nun ein Kind an. Dieses angetippte Kind setzt sich, und das klatschende Kind übernimmt seinen Platz, um zusammen mit einem der eingefrorenen Kinder eine neue improvisierte Szene zu spielen, in der der Stock erneut etwas anderes sein darf. So wechseln die Rollen immer wieder, und die Kinder üben Kreativität, Aufmerksamkeit und spontanes Zusammenspiel.

Dauer: 30 Minuten
Du brauchst: Bilderbücher

So geht’s: In diesem Spiel geht es darum, dass die Kinder in Kleingruppen kreativ eine Szene gestalten und darstellen. Jede Gruppe erhält eine kurze Szene aus einem Bilderbuch oder einer Geschichte. Die Kinder lesen oder hören die Szene gemeinsam und überlegen, wie sie diese als kleines Theaterstück umsetzen können. Zusätzlich bekommt jede Gruppe mehrere Spielaufträge zur Auswahl. Die Kinder entscheiden sich für eine Varianten, in denen sie ihre Szene spielen möchten. Zum Beispiel als Western, als Oper, als Science-Fiction-Film oder als Piratenfilm. Auch Spielweisen wie in Zeitlupe, als wären alle ganz klein, alle ganz müde oder alle verrückt möglich. Durch die unterschiedlichen Vorgaben entstehen kreative und abwechslungsreiche Darstellungen.

Von: Arbeitskreis für Pädagogische Inhalte, August 2026

Hast du Anmerkungen dazu? Was hat bei dir geklappt, was nicht oder hast du noch eine zusätzliche Idee?

#pf-header-img { vertical-align: middle; border-style: none; width: 40%; } #copyright { display: none !important; } .nectar-scribble, .basic-underline { display: none !important; } .nectar-shape-divider-wrap { transform: rotate(180deg) !important; } .wpb_raw_html{ display: none !important; }